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In der Naturfotografenszene gibt es eine Menge Kollegen, die Schweden-affin sind und diesen Teil Europas ein-oder gar mehrmals im Jahr bereisen. Aber fragt man einen solchen Menschen, warst Du schon einmal auf Gotland, kommt regelmäßig die Antwort: „Nein“, aber auf Öland war ich schon. Ich war dort auch schon, mehr als einmal. Liegt das vielleicht daran, das Öland so viel leichter und billiger über die Kalmarsundbrücke erreichbar ist? Selbst die modernen Fähren, die von Oskarshamn oder von Nynäshamn nach Visby fahren, erreichen eine Geschwindigkeit von fast 30 Knoten, das entspricht etwa 50 km/h., brauchen gut drei Stunden für die Überfahrt.

 

 

Die erste Reise des Jahres 2020 führte mich nach Nord-Norwegen auf die Insel Senja, süd-westlich von Tromsö. Sie gilt als ähnlich schön wie die Lofoten, liegt aber sehr viel nördlicher wie diese. Das schien mir als ein am Nordlicht sehr interessierten Fotograf doch sehr vorteilhaft. Die Anreise über Stockholm nach Tromsö verlief völlig normal, auf dem Flughafen Arlanda das übliche Gedränge, von irgendwelchen Einschränkungen keine Spur. Aber wir wissen ja inzwischen, das Schweden einen eigenen Weg gehen wollte. Auf dem Rückweg zehn Tage später über Oslo-Gardermoen war auch auf diesem Flughafen noch kaum was von der Coronakrise zu merken. Zu der Zeit hatte man fast überall noch nicht registriert, was auf die Menschheit durch diese Krise zukommen würde. Mir ging es nicht anders, Ich plante für den Herbst schon eine Sibirienreise, Es sollte als Flugreise zusammen mit meiner Frau nach Irkutsk an den Baikalsee gehen, um dort mindestens eine Woche die Herbstfärbung der Natur zu erleben. Die Rückfahrt sollte mit der sibirischen Eisenbahn nach Moskau mit Stops in Jekaterinburg und Kasan geschehen. Aber inzwischen hatte sich die Welt verändert, wie wir alle erleben mussten, da war nichts mehr mit Fernreisen. Ich habe noch nie einen so schönen Reiseplan „entsorgt“

Zugegeben, viele Freunde haben diese Vögel nicht. Eher muss man sie zu den Geächteten zählen, denn sie gelten als Nahrungskonkurrent. So wurden sie früher deshalb in vielen Ländern ausgerottet und sie wurden sogar bei ihrer Rückkehr als Fremdlinge bezeichnet. Jahrhunderte der Bekämpfung haben sie hinter sich, selbst Soldaten wurden im 19. Jahrhundert einmal gegen sie eingesetzt. Die Verfolgung im großen Stil ist keinesweg nur Geschichte. Im Jahre 2006 wurden im Anklamer Stadtbruch 6000 Vögel abgeschossen und das, als die Brutsaison noch nicht beendet war.

Das Fischer und Angler sie als Konkurenz betrachten, nimmt kaum Wunder. Diese geben die Höhe der Nahrungsaufnahme mit 500 Gramm pro Tag an, das würde fast 20 % des durchschnittlichen Körpergewichts entprechen. Wissenschaftler gehen dagegen nur von 150 gr. = 0,5 % aus. Im übrigen muß man auch bedenken, das die Beute des Kormorans keineswegs immer aus marktfähigen Speisefischen besteht.

Nur wenige Menschen haben überhaupt das Glück gehabt, die Geburt eines Zebras zu sehen und Fotos gab es meines Wissens bisher davon nicht. Auch von unseren vierbeinigen Freunden, dem domestiziertem Pferd, gibt es davon nur sehr wenig Material, da der Geburtsvorgang in aller Regel des Nachts passiert und Pferde, so erzählte man mir, können die Geburt bei Störung zurückhalten.

So war es natürlich ein besonderer Glücksfall, als wir, das sind meine Frau, unser Fahrer Charles Muhia und ich, am Sonntag, dem 17. November bei einer etwas verspäteten Abfahrt zum „Morning Gamedrive“ in der Masai Mara, Kenia, ein am Rande unserer Piste liegendes Zebra überraschten, bei dem der Geburtsvorgang schon zu weit fortgeschritten war, als daß er hätte gestoppt werden können. Der Fötus hing schon halb aus der Vagina. Verständlich, daß uns dieser ungewöhnliche Anblick in helle Aufregung versetzte. Auch unser Fahrer, der das ganze Jahr Naturfotografen aus aller Welt durch Ostafrikas Parks fährt, hatte die Geburt eines Zebras erst einmal gesehen. Durch unsere Störung stand das Zebra mühsam auf, tat sich aber zwanzig Meter weiter nieder, wiederum an den Rand einer offenen Fläche und nicht etwa im hohem Altgras.

Ein Bild des Elends war es, dass uns der alte Mähnenlöwe bot, dem wir eines Morgens auf unserem „Game Drive“ in der Maasai Mara, dem Tierparadies in Kenia, begegneten. Dürr wie ein Brett war er, kurz vor dem verhungern und nur noch mühsam schleppte er sich dahin. Sicher würden die Hyänen ihm bald ein gnädiges Ende bereiten. Aus seinem Rudel war er längst ausgeschlossen. Tags zuvor war beobachtet worden, wie die drei Löwinnen seines Rudels ihn aus diesem heraus gebissen hatten, sicherlich nicht zum ersten Mal. Von den männlichen Löwen wird Leistung gefordert, ungefähr alle Viertelstunde eine Kopula, wenn eine Löwin brunftig ist. Nutzlose Fresser werden nicht geduldet. Dafür dürfen sie sich ähnlich wie die Männer des hier ebenfalls lebenden Volksstammes der Maasai verhalten: beide werden von den Frauen durchgefüttert. In diesem Zustand konnte er sich ohnehin nicht mehr selbst ernähren. Schnell erkannten wir die Ursache seines Leidens: die Spitze eines Pfeils, wahrscheinlich von einem Hirten abgeschossen, dessen Herde er sich wohl all zu sehr genähert hatte, schaute aus der rechten Keule heraus. Ein Kriegervolk sind die Maasai schon lange nicht mehr oder sollte sich doch einer der alten Tradition erinnert haben, nach der ein Jüngling „seinen Speer mit dem Blut eines Löwen benetzt haben muss“, um in die Klasse der Krieger aufgenommen zu werden? Auf jeden Fall ist der Verlust eines starken Bullen für ein Maasai bitter.

In diesem Winter hatte ich das Gefühl, einmal einen richtigen Winter erleben zu müssen und wählte mit dazu als erstes Ziel das herrliche Härjedalen aus. Normalerweise bedeutet das eine Anreise mit dem Auto über Helsingborg von über 1300 Kilometer. So fuhr ich auf dem Hinweg über Kiel-Göteborg, was die Fahrt doch erheblich verkürzte. Ziel war auch dieses mal wieder die Flatruet-Straße zwischen Mittadalen und Ljungdalen. Leider hatte ich meistens stark bedecktes Wetter und nur am ersten Morgen sah ich das Helags Fjäll und den Predigtstolen in voller Schönheit. Danach war er immer mehr oder weniger in Wolken eingehüllt. Die Helags Fjällstation war auch noch nicht geöffnet und so gab es keine Möglichkeit diese ausser mit einem Motorschlitten zu erreichen. So musste ich einige Fotoideen streichen, aber ein Koffer steht noch dort

so heißt die Landschaft an der Ostseeküste der schwedischen Provinz Schonen. Sie erstreckt sich zwischen der pittoresken Stad Ystad und Kristianstad. Es ist eine der großen Tourismusregionen, was sich in erster Linie durch die zahlreichen Ferienhäuser in den Küstenwäldern bemerkbar macht und weniger durch große Hotels. Trotz dieser Nutzung gibt es aber auch noch Küstenheiden und Dünenlandschaften, die durch das Naturschutzgesetz geschützt sind. Manchmal sind es auch ehemalige oder noch bestehende Standortübungsplätze der schwedischen Armee, wo man noch die karge Natur dieser Landschaftz erleben kann. Auch einen Nationalpark gibt es hier, Stenshuvud heißt er, Es lohnt sich, ihn zu erwandern. Um Kivik herum erstrecken sich große Apfelplantagen, Kivik hat einen netten Fischereihafen, wie auch andere Dörfer an dieser Küste. Einzige größere Stadt ist Simrishamn.

 Gefährlich meinen Sie? Nachdem meine Frau und ich uns viele Jahre mit der Fotografie von Braunbären beschäftigt und ihr Verhalten beobachtet haben, glauben wir das nicht mehr. Aber Angst ist menschlich und kaum zu beeinflussen. So gibt es Menschen, die glauben, dass, wenn sie im Bärenland sind, jeder Bär nichts anderes zu tun hat, als sich auf sie zu stürzen und sie zu fressen. Das Gegenteil ist aber der Fall, er versucht, wie jedes andere Tier, dem Menschen auszuweichen. Wir konnten das sehr schön auf den großen Wiesen und auf den Wattflächen an der Küste der Shelikoff Strait, Alaska, beobachten. Versuchte man sie zum Beispiel anzugehen, wenn sie beim „clam digging“, Graben nach Muscheln, waren, liefen sie zwar nicht weg, aber sie versuchten, Distanz zu halten. Auf den Bildern, die ich beim Angehen schoss, war eigentlich immer am besten das Hinterteil zu sehen. Wir machten die Erfahrung, dass man gute Fotos vom Verhalten der Bären nur bei stundenlangem, geduldigen Ansitzen schießen kann. Und dann sind sie plötzlich vertraut. Es macht ihnen überhaupt nichts aus, sich dem ruhig sitzenden Menschen bis auf nur wenige Meter zu nähern. Man muß sich aber bemerkbar machen, denn Bären äugen nicht besonders gut, wir sprechen dann in einem ruhigen Ton mit ihnen. Bären können auch sehr schreckhaft sein! Außerhalb der Parks wird der Bär bei ähnlichen Gelegenheiten oft in Notwehr erschossen, meistens grundlos, aber nicht jeder hat dann die bei Nahbegegnungen nötigen Nerven. Bei dieser Annäherung und auch bei anderen Gelegenheiten wird man feststellen, dass er den Menschen überhaupt nicht beachtet, ja, jeden Blickkontakt vermeidet. Das darf nicht fehlgedeutet werden und zu der Annahme verleiten, er hätte einen nicht gesehen.

„Was wollt ihr denn eigentlich in Indien, dort soll es ja nur schmutzig sein“. Das war eine der üblichen Klischees, die meistens von Leuten kamen, die noch nie dort waren. Aber jede Medaille hat nun einmal zwei Seiten. Gut, so wie zu Hause ist es dort nicht, wir haben aber auch saubere Dörfer gesehen und selbst in den Metropolen geht es relativ sauber zu. Natürlich gibt es dort auch Slums, die sehr fragwürdig sind. Delhis Bevölkerung nähert sich inzwischen der 20-Millionengrenze und Bombay wird bald 25 Millionen Einwohner haben. Die Hauptstadt Rhajastans, Jaipur, hat ca. 3 Millionen Einwohner, sie ist also ungefähr so groß wie Berlin. Auf dem asiatischen Kontinent zählen ganz andere Maßstäbe als bei uns.

Ich muss sagen, das wir eine wundervolle Reise hinter uns haben. Indien ist ein Paradies für Fotografen und Künstler, farbenfroh, wie wir es in keinem anderen Land kennengelernt haben. Alles war ungewohnt, die Motive stürmten nur so auf uns herein. Bedenkt man, das es auf dem indischen Subkontinent ungefähr zeitgleich mit dem römischen Reich Hochkulturen gab, so ist damit ein großes Feld der Beschäftigung eröffnet. Das Sanskrit ist eine der ältesten Schriftsprachen der Welt und es soll durchaus fraglich sein, welche Stadt älter ist, Rom oder Delhi.In diesem Beitrag möchte ich mich auf den Teil der Reise beschränken, der dem Naturerlebnis und der Naturfotografie gewidmet war und das war nur etwa ein Viertel unserer 35-tägigen Reise.

Ja, der Name ist falsch und ist nur im übertragenem Sinne zu verstehen, obwohl es im Verhalten zum Eurasischen und Nordamerikanischen Wolf doch einige Parallelen gibt. Noch mehr daneben ist allerdings der offizielle deutsche Name „Hyänenhund“, denn mit den Hyänen ist er nun überhaupt nicht verwandt. Die englischen Namen „African Wild Dog“ oder „African Hunting Dog“ treffen auf diesen echten Caniden viel besser zu.

Dieser afrikanische Wildhund ist leider vom Aussterben bedroht, er steht auf der Roten Liste der IUCN als gefährdet und ist bereits aus weiten Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes verschwunden. Das gilt besonders für die Savannen Ost-Afrikas, während er in Botswana, Sambia und Zimbabwe noch häufig vorkommt. Einer der Gründe sind wohl die Hundekrankheiten, die der weiße Einwanderer aus Europa mitbrachte und die von den vielen halbwild herumlaufenden Dorfhunden übertragen wurden. Der Hauptgrund war aber das so genannte „farm clearing“ wie es früher betrieben wurde, das heißt, Farmer bestellten einen Berufsjäger, der alles totschoss, was der Mensch als Nahrungskonkurrent ansah. Da gehörten durchaus auch Nashorn oder Elefant dazu, denn schließlich verwüsteten sie ja die Maisfelder und da hatte auch der überaus effektive Jäger, der Wildhund keinen Platz. Dieses hoch sozial lebende Wesen jagte manchmal in Rudeln von bis zu fünfzig Mitgliedern zusammen. Der einzelne Angreifer setzt dem Beutetier manchmal nur einen einzigen Biss zu, dann kommt der nächste Hund aus anderer Richtung und macht dasselbe. So erleidet das Beutetier einen langsamen Tod, was natürlich vom Menschen als grausam empfunden wird und den Wildhund verhasst macht.